Schweiz: Kundendaten im Sonderangebot

2. Februar 2010

Auf meinen Tweet von gestern abend habe ich bisher noch keine Anfragen erhalten… Dabei sind unsere befreundeten Nachbarländer doch so erpicht darauf, Daten von fehlbaren Bürgern zu ergattern – Kosten und Rechtslage spielen offenbar im Moment keine Rolle.

Nicht auszudenken, wenn das Beispiel Schule macht. Wir sind eine Informationsgesellschaft, private Daten sind zu einer Handelsware geworden, Privatsphäre sei ein Auslaufmodell erklärte uns Mark Zuckerberg von Facebook vor kurzem.

Aktuell geht es um Bankdaten, die von Kriminellen an ausländische Staaten verkauft werden. Doch auch wir Schweizer sollten uns nicht zu sicher wähnen. Sensible Daten gibt es auch in anderen Bereichen, zum Beispiel im Gesundheitswesen. Warum nicht mal die Patientendaten und Krankengeschichten des Kantonsspitals Basel herunterladen und einer Krankenkasse anbieten? Die Kassen wollen schon seit Jahren mehr Informationen über die Krankheiten ihrer Kunden haben. Bestimmt auch ein lukratives Geschäft.


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„Schweizer“ Schokolade wird gesetzlich verordnet

18. November 2009

Nicht jedes Produkt soll sich mit dem Label „Made in Switzerland“ schmücken dürfen. Schon gar nicht, wenn der grösste Teil der Produktion im Ausland stattfindet. Heute ist dies aber vielfach der Fall.

Um diesem markenrechtlichen Ausverkauf der Heimat einen Riegel vorzuschieben, bringt die Schweizer Regierung eine Revision des Markenschutz- sowie des Wappenschutzgesetzes auf den Weg. Für Industrieprodukte sollen neu mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen. Auch für die Herkunft von Rohstoffen gibt es neue Vorschriften.


Bildquelle: diepresse.com

Eine Ausnahme gibt es für Rohstoffe, die es in der Schweiz gar nicht gibt. Das ist wichtig, weil es sonst keine Schweizer Schokolade mehr geben würde. Kakao wird in der Schweiz nicht angebaut.


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Wie die Image-Offensive der Cablecom in die Hose ging…

10. November 2009

Der neue Cablecom-Chef Eric Tveter hat den härtesten Job der Schweiz. Die Tunnelbauer der NEAT mögen da anderer Meinung sein, aber zu beneiden ist der Mann sicher nicht. Sein Ziel ist es, den Kundenservice und die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Am Montag abend strahlte das Wirtschaftsmagazin ECO des Schweizer Fernsehens ein Portrait aus, was ihn auch beim Hausbesuch bei einer unzufriedenen Cablecom-Kundin zeigte.

Seit ein paar Tagen bin ich stolzer Besitzer einer „mediabox HD recorder“ der Cablecom, also digitales Fernsehen mit allen HD-Kanälen. Da ich am Montag Abend nicht zu Hause war, habe ich die ECO-Sendung einfach aufgezeichnet und heute Dienstag angesehen. Doch bevor die Sendung zu Ende war, endete meine Aufzeichnung. Die Box kann nur maximal 10 Minuten länger aufzeichnen, als die Sendung gemäss Programmplanung geht. Da vor ECO noch viel Werbung ausgestrahlt wurde, konnte meine Box die Sendung nicht komplett aufzeichnen. Wenn Eric Tveter die Kundenzufriedenheit steigern will, muss er auch seine Produkte verbessern. Es kann doch nicht sein, dass eine Set-Top Box so etwas wie eine „Showview“-Funktion nicht kennt. Damit wird sichergestellt, dass eine Sendung immer komplett aufgezeichnet wird, auch wenn sie später anfängt oder länger dauert. Das gab es zu den guten alten VHS-Zeiten schon. Im digitalen Zeitalter ist Cablecom nicht fähig, diese einfache Funktion zu integrieren. Fortschritt lässt grüssen.

Mit Hilfe vom Schweizer Fernsehen lanciert Eric Tveter eine Imagekampagne für sein Unternehmen. Ich muss sagen: Sorry, bei mir nicht angekommen, die Aufzeichnung war zu früh zu Ende…


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Ali Kebap – das Rätsel ist gelöst

18. August 2009

Wochenlang rätselte die Schweiz: Wer ist Ali Kebap? Was schon länger vermutet wurde, ist nun offiziell bestätigt. Hinter Ali steht die Allgemeine Plakatgesellschaft APG, die mit dem sympathischen Döner-Verkäufer Werbung in eigener Sache machte.


Quelle: APG

Wenn ich mir das Motiv so anschaue, würde es allerdings auch gut zu einer SVP-Kampagne gegen Überfremdung und Einwanderung passen…


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Gesucht: Wer kennt Ali Kebap?

6. August 2009

Seit rund einer Woche lächelt dieser freundliche Mann von den Plakatwänden vieler Schweizer Städte und preist seine Speisen an, die zum aktuellen Trend hin zur gesunden Ernährung nicht so recht passen wollen.

Aber die ganze Schweiz fragt: Wer ist Ali Kebap? Auf dem Plakat gibt es keine Adresse, keinen Hinweis auf eine Webseite oder eine telefonische Bestellmöglichkeit.


Rätselhaftes Werbeplakat in Basel. Bild: K. Füllhaas

Auch der Schweizer Tagesanzeiger hat sich der Sache schon angenommen, kann aber auch keine wirklichen Antworten liefern. Clevere virale Werbekampagne? Eine Botschaft vom Bundesamt für Gesundheit? Der Tagi schreibt:

Werbelegende Hermann Strittmatter von der Agentur GGK glaubt nicht an eine Kampagne für eine neue Kebap-Kette oder Ähnliches. Dafür sei die ganze Aufmachung zu unappetitlich. Auch eine Präventionskampagne vom Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) kommt für den Werbefachmann nicht in Frage, weil sie dafür zu einseitig sei. Strittmatter tippt auf eine wesentlich profanere Lösung des Rätsels: «Dahinter steckt wahrscheinlich eine Eigenwerbung der Plakatgesellschaft.» Ein Grund dafür könnte sein, dass die APG-Plakatstellen in den Sommerwochen schlechter belegt sind. (Quelle)

Ali nur ein Lückenbüsser? – Das kann ja nicht sein, aber Lust auf nen Kebap krieg ich schon…


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Urheberrechte müssen endlich global werden

28. Juni 2009

Die Nachricht vom Tod des „King of Pop“ verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch alle Medien rund um die Welt. Internet und speziell Social Networks hatten dabei die Nase vorn, Shops wie iTunes und amazon erleben einen Boom beim Verkauf von Michael Jackson-Titeln. Auf YouTube gehören Jackson-Videos zu den Rennern, legal hochgeladen sind davon wohl eher die wenigsten.

Ausgerechnet der Official Michael Jackson Youtube Channel macht uns Schweizern (und sehr wahrscheinlich auch vielen anderen Ländern) einen Strich durch die Rechnung: “Wir können dir das ursprüngliche vorgestellte Video für diesen Kanal aufgrund von Alters- oder Ortsbeschränkungen nicht anzeigen“ heisst es dort lapidar. Videos ansehen unmöglich. Also zurück zu den Videos ohne Urheberrechtsbeschränkungen.


Bild: www.youtube.com

Die Industrie hat es immer noch nicht begriffen. Auf global zugänglichen Plattformen wie YouTube haben national beschränkte Zugriffsrechte nichts verloren. Sie sind konsumentenfeindlich und sie hindern mich sogar daran, Musikvideos legal zu sehen. Also ab zurück in die Illegalität, um dann noch Strafanzeigen oder Internetsperren zu riskieren. Ich kenne keine andere Industrie, welche ihre Kunden derart reglementiert und kriminalisiert wie die internationalen Musikkonzerne. Kommt noch verschlimmernd dazu, dass immer mehr Staaten sich zu ihren Handlangern machen lassen – vereint im Kampf gegen das böse Internet.

Michael Jackson hat mit seiner Musik Milliarden von Menschen weltweit begeistert, Grenzen waren dabei kein Hindernis. Grenzen werden von der Musikindustrie und der Politik künstlich hochgezogen. Michael Jackson wusste dies schon in seinem Mega-Hit “Thriller”:

…something evil is lurking in the dark“ heisst es dort in der erste Zeile.


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