13. Dezember 2007
Bundesrat ist er nur noch bis Ende Jahr – und dann? Nationalrat, Parteipräsident oder Generalsekretär… ist eigentlich egal. Christoph Blocher ist vor allem mal “Blocher”, unabhängig davon, welche Funktion oder welches Amt er gerade bekleidet. Als “Blocher” ist er Chefideologe seiner Partei SVP, Festredner und Arena-Gast und wird es nicht müde sein, die Missstände in der Schweizer Politik anzuprangern und “Dreck” öffentlich zu machen. Um endlich das zu sagen, was er vier Jahre lang angeblich nicht durfte, braucht er keine spezielles Amt und keine Funktion.
Politik, SVP, Wahlen 2007
16. Oktober 2007
Auch wer nichts sagt, kommuniziert trotzdem. Dieser alte Spruch gilt auch für die SVP, die sich gemäss Bericht der Neuen Luzerner Zeitung weigert, ausländischen Journalisten Interviews zu geben vor den Wahlen. Erst macht die SVP das Image der Schweiz im Ausland zur Sau und nun verbarrikadiert sie sich und verweigert den Dialog. Schon der nächste Minus-Punkt für das Image der Schweiz im Ausland.
Medien, Wahlen 2007
1. Oktober 2007
Diesen Beitrag habe ich schon auf Crossmediale Kommunikation veröffentlicht.
Ich verstehe die Welt nicht mehr. Kaum blockiert der tägliche Stapel .ch das Durchkommen zwischen Haustür und Briefkästen, liegt schon eine nächste Tageszeitung in der Luft. Ob die gratis sein soll, ist allerdings noch nicht klar. Da droht uns SVP-Präsident Ueli Maurer in einem Interview mit dem Sonntagsblick doch tatsächlich mit der Lancierung einer neuen Zeitung, falls Bundesrat Blocher nicht mehr gewählt würde im Dezember.
Die Ankündigung einer Lancierung einer Tageszeitung als politisches Druckmittel ist meines Wissens ein Novum für die Schweiz. Verlage lancieren Zeitungen um Marktanteile zu besetzen oder Inserate zu verkaufen. Die SVP verfolgt ganz andere Ziele, nämlich die anderen Parteien unter Druck zu setzen und gezielt zu diffamieren. Denn eine ausgewogene Berichterstattung kann man von einer SVP-Zeitung nicht erwarten. Maurer im Sonntagsblick:
Wir sind für den Fall einer Abwahl von Blocher gerüstet. Wird er am 12. Dezember gekippt, verkünden wir am Tag darauf die Lancierung einer Tageszeitung. Die Pläne dafür liegen in der Schublade… Die Zeitung wäre ein zentrales Element unserer Oppositionspolitik. Mit Blocher hätten wir einen Ex-Bundesrat, der den Laden in Bern von innen kennt. In unserer Zeitung könnten wir die Missstände der regierenden Parteien thematisieren. Ich bin sicher, vier Jahre später kämen wir auf 40 Prozent Wähleranteil.
Oder ob es sich bei dem ganzen nur um einen Bluff und um Wichtigmacherei handelt? Vielleicht übernimmt die SVP ja auch gleich die .ch-Redaktion und verteilt die Gratisblätter dann nur noch in Wohnhäusern mit einem Schweizer Wohnanteil von mindestens 60 Prozent.
Medien, Politik, Wahlen 2007
26. September 2007
Das schwarze SVP ist tatsächlich ein Ausländer, genauer gesagt britischen Ursprungs. Was die SVP im Einzelnen gegen Bürger des Britischen Königreichs hat, ist mir zwar nicht bekannt, dumm ist nur: die weissen Schafe auf dem Plakat sind auch Engländer.

Die Original-Schafe des britischen Grafikers.

Und die auf dem SVP-Plakat.
Bildquelle: persoenlich.com
Wie persoenlich.com berichtet, hat die verantwortliche Werbeagentur die Schafe kurzerhand von einem britischen Grafiker abgekupfert, ohne ihn als Quelle zu nennen. Auch in Kenntnis gesetzt wurde der Grafiker nicht. Wie jedoch weiter auf persoenlich.com zu lesen ist, ist dass ihm auch recht so:
“Um ehrlich zu sein, ich will überhaupt nicht mit dieser Kampagne in Verbindung gebracht werden.“
Was die SVP vom Grafiker lernen kann: Viele Schweizer wollen auch nicht mit dem Plakat in Verbindung gebracht weden.
Wahlen 2007
6. September 2007
In einem Wahlkampf sollte es eigentlich um Personen und Inhalte der verschiedenen Parteien gehen. Doch unterdessen ist auch ein Wettbewerb entbrannt, wer die am schlechtesten gemachten Plakate, Spots und Webseiten hat. Hier drei Beispiele:
SVP Video „Himmel oder Hölle“. Langweilig, langatmig, keinerlei Dramaturgie erkennbar. Ist übrigens immer noch auf YouTube zu sehen, trotz dem Gerichtsurteil.

www.letz-schletz-fetz.ch. Hetze gegen Anita Fetz. Trostloses Grau in Grau, selbst Webseiten aus den Anfängen des Internets haben besser ausgesehen. Gemäss Telebasel-Bericht soll die Sache 20′000 Franken gekostet haben. Wenn dieser Grafiker keine neuen Aufträge mehr bekommt, muss er sich nicht wundern.

SP-Plakat. Motiv dilettantisch zusammengebastelt. Und ich frage mich: Haben wir nicht andere Probleme als Flugzeuge, die eventuell in ein AKW abstürzen könnten?

Wahlen 2007
30. August 2007
Endlich bekommt die SVP mal etwas Gegenwind, und erst noch von der verhassten UN, also denen mit dem Völkerrecht.
Gemäss Tagesanzeiger hat der Uno-Sonderberichtserstatter für Rassismus, Doudou Diène, den Bundesrat um eine Stellungnahme gebeten. Das gab Bundesrat Pascal Couchepin heute während seines jährlichen Medientreffens bekannt.
Die Landesregierung bereite nun eine Antwort darauf vor. Laut Couchepin müsse die Wahlbevölkerung sich aber ein eigenes Urteil über die Kampagne bilden und ihre Wahlentscheidung entsprechend fällen.
Politik, Wahlen 2007