Simultan-Übersetzer für Didier Burkhalter

7. März 2010

Unser Land hat offiziell vier Landessprachen. Jeder redet in seiner Sprache und wird idealerweise von allen anderen verstanden. Für Bundesräte gilt bei Auftritten offenbar eine andere Regelung. Bundesräte aus der Westschweiz werden häufig in Deutsch interviewt – nicht unbedingt zum Vorteil. Ganz besonders gilt dies für Bundesrat Didier Burkhalter. Seine Statements zum heutigen Abstimmungssonntag hätte er besser auf Französisch abgegeben. Auf Deutsch kann er sich zu wenig differenziert und präzise Ausdrücken.

Warum setzt das Schweizer Fernsehen nicht endlich einen Simultanübersetzer für ihn ein? Es wäre nur fair, wenn man ihm die Möglichkeit gibt sich in seiner Muttersprache zu artikulieren.


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Westerwelle wagt sich in die Löwen-Arena

19. Februar 2010

Mit menschenverachtenden Bemerkungen wie “spätrömische Dekandenz”, „anstrengungsloser Wohlstand“ und “Taschengeldbezüger” versuchen der deutsche FDP-Chef Guido Westerwelle und seine Partei die Hartz-IV Debatte in Deutschland anzuheizen… Doch zum Glück gibt es die BILD-Zeitung, sie ruft zum Hartz-IV Gipfel:

Es ist schon traurig, wenn ausgerechnet ein Revolerblatt wie die deutsche BILD den Hartz-IV Bezügern eine Stimme geben muss. Zum direkten Schlagabtausch zwischen Westerwelle und Hartz-IV Bezügern dürfte es aber nicht kommen. Warum eigentlich nicht ein Kampf in der Arena, so in guter römischer Gladiatoren-Tradition?


Quelle: flickr.com / smiling_da_vinci


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Set-Top Boxen: Qual der Wahl

15. Februar 2010

Endlich hat man beim UVEK verstanden, dass Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz ihre Set-Top Boxen fürs digitale TV selber auswählen möchten, und nicht länger den Launen der Anbieter ausgeliefert sein wollen.

Doch was dieser Tage unter dem Titel „Freie Wahl der Set-Top-Box“ aus Bundesbern verbreitet wird, sieht nach einem gutschweizerischem Kompromiss aus, der an der Realität und den Kundenwünschen vorbei geht:

„Der Gesetzesentwurf soll sicherstellen, dass Nutzerinnen und Nutzer in der Wahl des Empfangsgerätes frei sind und für den Empfang eines bestimmten Digitalfernsehangebotes z.B. nicht mehr zwingend die Set-Top-Box ihres Kabelnetzanbieters benutzen müssen.“ (Quelle)

So weit, so gut. Dann aber will man sich weiterhin dem Diktat von Cablecom & Co. unterwerfen:

„Wenn die Anbieter von digitalem Fernsehen nicht auf eine Verschlüsselung verzichten wollen, sollen sie neu verpflichtet werden, ihren Kundinnen und Kunden ein Grundangebot von mindestens 50 Fernsehprogrammen anzubieten, das sie auch mit frei erhältlichen Set-Top-Boxen konsumieren können.“ (Quelle)

Also doch nur wieder eine halbe Lösung. Die Politik scheint nicht gewillt, den Kabelanbietern deutliche Vorschriften zu machen. Wenn digitales Fernsehen in der Schweiz Fuss fassen soll, muss der Boxenzwang komplett aufgehoben werden.


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Schweiz: Kundendaten im Sonderangebot

2. Februar 2010

Auf meinen Tweet von gestern abend habe ich bisher noch keine Anfragen erhalten… Dabei sind unsere befreundeten Nachbarländer doch so erpicht darauf, Daten von fehlbaren Bürgern zu ergattern – Kosten und Rechtslage spielen offenbar im Moment keine Rolle.

Nicht auszudenken, wenn das Beispiel Schule macht. Wir sind eine Informationsgesellschaft, private Daten sind zu einer Handelsware geworden, Privatsphäre sei ein Auslaufmodell erklärte uns Mark Zuckerberg von Facebook vor kurzem.

Aktuell geht es um Bankdaten, die von Kriminellen an ausländische Staaten verkauft werden. Doch auch wir Schweizer sollten uns nicht zu sicher wähnen. Sensible Daten gibt es auch in anderen Bereichen, zum Beispiel im Gesundheitswesen. Warum nicht mal die Patientendaten und Krankengeschichten des Kantonsspitals Basel herunterladen und einer Krankenkasse anbieten? Die Kassen wollen schon seit Jahren mehr Informationen über die Krankheiten ihrer Kunden haben. Bestimmt auch ein lukratives Geschäft.


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Finger weg vom FIFA-Stadion

24. Januar 2010

Das Bankengeheimnis ist praktisch ausgehebelt, die Grossbank UBS vom Untergang bedroht und die lybischen Geiseln sind immer noch nicht zuhause… die Schweiz erlebt eine grosse Krise. Da will doch die steuerfreie Abzocker-Bande von Sepp Blatter die Schwäche der Schweiz ausnutzen und sich in Zürich mit einem neuen Fussballstadion verewigen.

„Fifa-Stadion“ soll die neue Arena heissen und vom Fussballverband mitfinanziert werden. Für die Stadt ist das ein bisschen wie Entwicklungshilfe, hat man es doch selber bis heute nicht geschafft, ein neues Stadion zu bauen. Eigentlich hätte das neue Stadion schon zur EURO 2008 fertig sein sollen, aber Einsprachen haben das Projekt bis heute verzögert…

Da kommt Sepp Blatter mit seinem Projekt gerade recht. Dunkle Mächte innerhalb der Fifa planen angeblich den Wegzug.

„Dass die Schweiz sowohl die Fifa wie auch die Uefa beheimatet, passt vielen internationalen Fussballfunktionären anderer Länder nicht. Sie wollen die gegenwärtige politische Schwäche der Schweiz ausnutzen, die in den letzten Monaten viele Staaten verärgert hat – und lobbyieren hinter den Kulissen gegen sie.“ (Quelle tagi.ch)

Mit einem Stadion will man sich über die Regentschaft von Blatter hinaus an die Stadt binden und Blatter sich selber ein Denkmal setzen.

Die Fifa bezahlt als angeblich „gemeinnützige“ Organisation in Zürich keine Steuern, und droht mit einem Wegzug, falls sich das ändern solle. Ich weine der Fifa heute schon keine Träne nach und was das Stadionprojekt angeht, kann ich der Stadt nur raten „Finger weg“. Das Geschäftsmodell der Fifa war es schon immer, die Anderen bezahlen zu lassen und den ganzen Gewinn steuerfrei selber einzustreichen.


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Wann ist endlich Schluss mit den TV-Gebühren?

21. Januar 2010

Die ungeliebten Gebühren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen und Radio in der Schweiz werden wohl so schnell nicht abgeschafft. Der Bundesrat will weiterhin die Finanzierung der SRG-Programme mit Zwangsabgaben zementieren. Neu sollen jedoch alle Leute im Land bezahlen, egal ob sie Fernsehen und Radio nutzten oder nicht.

„Es gebe sicher Menschen, die kein TV- oder Radio konsumieren…, aber auch diese sollen bezahlen, so Leuenberger. Denn auch diese sollen sich an diesen für die Demokratie wichtigen Institutionen beteiligen.“ (Quelle)

Seit Jahren befindet sich der Medienkonsum in einem starken Wandel. Gerade für die jüngeren Generationen spielt das Fernsehen immer weniger eine Rolle – und auch bei den älteren Personen sinkt die Beliebtheit der Schweizer Programme. Freier Zugang zu Informationen ist sicher für eine Demokratie eine Grundvoraussetzung, aber dazu braucht es keinen von staatlichen Zwangsgebühren finanzierten Medienmoloch. Mehr Distanz der Medien zu Staat und Behörden würde den Radio- und TV-Machern gut tun.

Freier Zugang zu Informationen bedeutet für mich auch freie Wahl der Informationsquellen – und nicht eine zwanghafte Finanzierung durch alle Bürger, unabhängig davon, welche Medien sie konsumieren.


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