An Kundenunfreundlichkeit kaum zu überbieten: 3D Kino

28. Januar 2010


3D Brille, wie sie aktuell bei Avatar 3D zum Einsatz kommt.
Quelle: flickr.com / salvamesoto

Also wenn die Zukunft so aussieht, bin ich echt nicht scharf drauf. Am vergangenen Montag habe ich mich endlich dazu durchgerungen, den aktuellen Blockbuster von James Cameron im Kino zu sehen. Als ich am Eingang die 3D-Brille erhielt, wurde ich schon misstrauisch. Klobig und unbequem sah das Ding aus. Wenigstens gab’s ein Tüchlein zum putzen.

Als der Film dann losging, war für mich nach wenigen Minuten klar: So nicht. Schlechte Bildqualität, unbequeme und schwere Brille – so kann ich doch nicht entspannt einen Film ansehen. Und erst noch einen happigen Zuschlag bezahlen.

Ich hab den Grossteil des Films ohne Brille gesehen und am Schluss nochmals einen Versuch gewagt. Mal abgesehen von der Brille, lenkt 3D massiv vom eigentlichen Film ab, das Sehen allein ist schon so anstrengend, dass Gesten und Mimik der Schauspieler, Dialoge und Handlung zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Ist das also der letzte Fortschritt im Kino? Gute Bildqualität, bequeme Sessel und Surround-Sound haben viele Leute unterdessen auch zu Hause… mit 3D kann das Kino wieder einen Vorteil ausspielen. Schlechtere Bildqualität, klobige Brille mit eingeengtem Gesichtsfeld und 3D-Strafsteuer kann ich jedoch beim besten Willen nicht als Fortschritt bezeichnen. 3D-Kino ist an Kundenunfreundlichkeit kaum zu überbieten.

So kann ich auch nicht recht verstehen, dass Avatar über 70 Prozent seines weltweiten Umsatzes mit 3D-Vorstellungen erzielt hat. Wenn die Kinobranche neben ihrem Gejammer über angeblich böse Downloader nach neuen Möglichkeiten sucht ihre Umsätze zu steigern, kann 3D in der jetzigen Form nicht die Zukunft sein.

Der Film Avatar an sich gehört zum besten, was ich seit langem im Kino gesehen habe, denn nach der 3D-Vorstellung war ich so frustriert, dass ich in einem anderen Kino den Film gleich nochmals gesehen habe –aber in 2D.


Quelle: flickr.com / OfficialAvatarMovie

Und seitdem lässt mich Pandora nicht mehr los…


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Transformers 2: Popcorn-Kino ohne leise Momente

30. Juni 2009

Regisseur Michael Bay lässt dem Zuschauer keine Zeit, in Ruhe in den Film einzusteigen – es geht gleich mit einem Riesenknall los, der dann bis zum Schluss nicht mehr aufhört. „Transformers – The Revenge of The Fallen“ ist eine gewaltige Bilderflut, manchmal hat man fast den Eindruck, gar nicht alles mitzubekommen, was auf der Leinwand passiert.


Quelle: www.transformersmovie.com

Mit Filmen wie “Bad Boys”, “Armageddon” oder “The Island” ist Bay der aktuell beste Popcorn-Regisseur. Keiner stylt Explosionen und Zerstörung so schön wie Michael Bay. Punkto Action und Tempo übertrumpft “The Revenge of The Fallen” seinen Vorgänger klar, aber es sind die kleinen und leisen Momente die fehlen, die jedoch für die Stimmung und die Beziehung der Figuren zueinander wichtig sind. Die Freundschaft aus dem ersten Film zwischen Optimus Prime und Sam Witwicky (Shia LaBeouf) scheint vergessen und Bumblebee ist für Sam nur noch ein Klotz am Bein.

Auch für philosophische Betrachtungen ist keine Zeit mehr, was schade ist. Keiner verkündet so schön universelle Wahrheiten wie Optimus Prime: „Freedom is the right of all sentient beings“ oder „They are a young species, they have much to learn…“.

Ein dritter Teil ist offenbar schon beschlossene Sache, kein Wunder bei einem Einspielergebnis von knapp 400 Millionen Dollar nach sechs Tagen. Wie kann Michael Bay „The Revenge of The Fallen“ noch übertreffen?


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Lost – Air France 447

2. Juni 2009


Quelle: abc.com

Aus aktuellem Anlass empfehle ich hier zwei reichhaltige Info-Quellen zur amerikanischen TV-Serie Lost.

Lostpedia in Englisch
Lostpedia in Deutsch


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Star Trek ohne Fans?

3. März 2009

Am 7. Mai kommt der neue Star Trek Kinofilm in die Kinos. Nach der glücklosen Prequel-Serie Star Trek: Enterprise wurde es still um das Franchise, nun soll es Lost-Macher J.J. Abrams neu beleben. Und weil Prequels und Re-Imaginations so im Trend sind, haben die Produzenten von Paramount Pictures klar die Marschrichtung vorgegeben:

„Wir haben den Film nicht für Trekkies gemacht.“

Dies sagte J.J. Abrams kürzlich an einer Convention. Rein aus kommerziellen Überlegungen kann kein Studio einen Film nur für eine Gruppe von Fans produzieren, dazu sind die Kosten zu hoch. Aber bewusst zu sagen, der Film sei nicht für die Fans gemacht, ist schon eine echte Provokation. Paramount hat mit dem Star Trek-Franchise in den vergangenen Jahrzehnten gute Umsätze erzielt, hätten die Fans in den sechziger Jahren die Serie nicht mit Briefkampagnen (Facebook gab es noch nicht!!) am Leben erhalten, wäre dem Studio eine gute Geldquelle durch die Lappen gegangen.

Also wäre es das Mindeste gewesen, auch die Zielgruppe der Fans mit dem neuen Film anzusprechen und nicht zu vergraulen. Die Fans von damals sind nicht mehr die Kinogänger von heute, mag man sagen. Stimmt sicher auch, aber ein Film lebt kommerziell auch von DVD-Verkäufen, iTunes-Downloads und TV-Rechten. Star Trek hat für mich eine Reputation als „intelligente Unterhaltung“. Diese hat das Franchise vor allem mit TV-Serien wie Star Trek: The Next Generation und Star Trek: Deep Space Nine erworben. Gerade durch seine starke politische Ausrichtung ist Deep Space Nine immer noch erschreckend aktuell. Ob das auf iPod-Hochganz politierte Star Trek von J.J. Abrams die Zuschauer zu überzeugen vermag, wird man erst in zwei Monaten wissen.


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Schweizer Bundesräte sind Legende

3. Januar 2008

Manchmal passen Werbung und Inhalt einfach megagut zusammen. So wie vor ein paar Tagen auf blick.ch gesehen:

iamlegend-blick.jpg

Der Film mit Will Smith zeigt eine Welt, auf der alle Menschen durch eine Krankheit dahingerafft wurden und er als letzter Überlebender in New York sein Dasein fristet. Nicht auszudenken, wenn unsere sieben Bundesräte die letzten Menschen auf der Erde wären…

Aber wie im Film so üblich, ganz alleine ist Will Smith dann doch nicht. Hier geht’s zum Trailer.


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Schweizer Kinos: Teurer und auch besser?

13. November 2007

Wer in der Nähe der Grenze wohnt weiss, dass beispielsweise Kinoeintritte in Deutschland massiv günstiger sind als bei uns in der Schweiz. Deshalb hat sich Preisüberwacher Rudolf Strahm mal den Schweizer Kinopreisen angenommen, wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet. Als Resultat hat er die Filmverleiher aufgefordert, von den Kinobesitzern weniger Geld zu verlangen, damit diese die Preise senken können. Aktuell gehen pro Eintritt sechs Franken an den Filmverleih.

Einen Preismissbrauch durch die höheren Kino-Publikumspreise festzustellen ist laut dem Preisüberwacher mit grossen Schwierigkeiten verbunden, weil…

die Schweizer Kinobetreiber zahlreiche, nicht überprüfbare Qualitätsverbesserungen gegenüber dem Ausland geltend machen würden. So werde beispielsweise geltend gemacht, dass der Kinokomfort (Sesselbreite), die Bild- und Tonqualität sowie andere Serviceleistungen nicht mit dem Ausland vergleichbar seien.

Mal ehrlich: Bequeme Sessel kenne ich auch aus Deutschland (und auch aus England). Die Bild- und Tonqualität in vielen Kinos wird eh tendenziell schlechter und „andere Serviceleistungen“ ist ein ziemlicher Gummibegriff. Popcorn, Glace und Cola hab ich bis jetzt überall bekommen. Wie schreibt die NZZ so schön:

Vor diesem Hintergrund hat die Preisüberwachung die Filmverleiher aufgefordert, den Verleihsatz von heute bis zu 50 Prozent soweit zu reduzieren, dass die bestehende Kaufkraftabschöpfung der Schweizer Kinogänger im Vergleich zu Deutschland und Frankreich beseitigt wird.

„Kaufkraftabschöpfung“ heisst übersetzt, dass bei uns Schweizern einfach mehr abgezockt werden kann.


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