29. Juni 2008
Kaum ist die EURO 2008 (fast) vorbei, wird bekannt, dass wir Schweizer einem möglichen Terroranschlag entgangen sind. So jedenfalls Bundesrat Samuel Schmid in im Interview mit der NZZ am Sonntag:
Es gab aber einmal Hinweise aus dem Ausland, dass gewisse Vorbereitungen für ein Attentat getroffen würden. Die Polizei hat darauf entsprechende Massnahmen ergriffen.
Konkretere Angaben wollte Schmid nicht machen. Bliebt uns Normalbürgern nur übrig, den Aussagen von Herrn Schmid Glauben zu schenken. Erinnerungen werden an die USA in den Jahren nach den Anschlägen vom September 2001 wach, als es immer wieder in den Medien hiess, irgendein Anschlag wäre vereitelt worden. Konkrete Angaben wurden von der Regierung jedoch nie gemacht.
EURO08, Medien
5. Juni 2008
Die UEFA EURO 2008 steht unmittelbar bevor. Der Kampf um überdimensionale Werbeflächen ist bereits ausgebrochen. Am Basler Bahnhof SBB prangt seit Tagen ein Plakat, wo noch nie zuvor ein Plakat gewesen ist:

UEFA-Sponsoren erkaufen sich eben Privilegien. Als Nicht-Sponsor hat man es an der Fanmeile schwer. Trotzdem kann das Basler Regionalbier „Unser Bier“ mit einem Plakat auf sich aufmerksam machen.

Es lebe die regionale Vielfalt vor dem EURO-Einheitsbrei!
Bildquellen: KF, 20min.ch
EURO08
9. Mai 2008
In den letzten Tagen treibt die UEFA regelmässig meinen Blutdruck nach oben. Doch es wird immer deutlicher: Die Regierungen der vier Schweizer Host Cities haben ihre Bevölkerung billig an die UEFA verkauft: Lärm, Abfall, Nachtflüge, Verkehrschaos, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und Kleidervorschriften sind nur die Spitze des Eisbergs von dem, was die Bewohner der Städte ertragen müssen.
Der Kanton Basel-Stadt „investiert“ rund zehn Millionen Franken die EURO 2008, darunter fallen die Durchführung der UEFA-Fanzonen, die Sicherheit und die Verkehrsregelung. Gemäss der Host City Charta erhält die Stadt dafür von der UEFA einen Pauschalbetrag von einer Millionen Franken erstattet. Den Rest darf der Steuerzahler berappen. Aber damit nicht genug: Gestern wurde bekannt gegeben, die Stadt Basel habe von der UEFA 290 Tickets „geschenkt“ bekommen, weitere 1450 habe Basel käuflich erworben (!), für den stolzen Betrag von 320′000 Franken. Vorgesehen sind diese „für die Pflege wichtiger Beziehungen und für protokollarische Zwecke.“
Die UEFA wird mit der EURO 2008 über eine Milliarde Franken Gewinn erwirtschaften, versteuern muss diesen aber als so genannt gemeinnütziger Verein in der Schweiz gemäss Bericht des Tagesanzeigers nicht. Einen Grossteil der Aufwendungen für die Durchführung des Grossanlasses hat sie an die Host Cities, also an die Steuerzahler, outgesourct. Der einzige, der von dem Anlass profitiert, ist die UEFA selbst, alle anderen bezahlen nur. Parasit oder Raubritter sind passende Bezeichnungen für jemanden mit so einem Verhalten. Das schlimme ist nur: die von uns gewählten Regierungen haben freiwillig die Verträge mit der UEFA unterzeichnet
Basel, EURO08
23. April 2008

Was ich schon länger vermutet habe… Heute abend gesehen im Manor Greifengassse, Basel.
EURO08
22. April 2008
In der letzten Woche habe ich mehrere Postings zum Thema EURO 2008 bei uns in der Schweiz veröffentlicht. Höchste Zeit also, mal in die Zukunft zu blicken, nämlich zur EURO 2012 in der Ukraine und Polen. Während wir in Basel über Public Viewing-Zonen und Strassensperrungen stöhnen, steht für die Ukraine der ganze Anlass auf dem Spiel:
“Wir könnten das Austragungsrecht verlieren, wenn die obersten Vertreter unseres Landes weiter die Gesetze sowie die Anweisungen des Präsidenten und der Regierung torpedieren.”
Dies sagt Grigori Surkis, Präsident des ukrainischen Fußball-Verbandes.
Man müsse den Fakt akzeptieren, dass derzeit keiner der Flughäfen des Landes den strengen Anforderungen der UEFA genüge. Dasselbe gelte für Straßen, öffentliche Transportmittel und Hotels.
Das wirft wieder mal die Frage auf, warum Grossanlässe dieser Art immer in Länder vergeben werden, wo erst die ganze Infrastruktur aus dem Boden gestampft werden muss. Die offiziellen Sprüche wie „davon profitiert das ganze Land“ glaub ich spätestens seit „unserer EURO 2008“ nicht mehr. Zudem ist es ökologischer Schwachsinn.
Zitate von: sport.ard.de
EURO08, Sport, Wirtschaft
18. April 2008
In Basel hat in den letzten Tagen eine bemerkenswerte All-Parteien-Koalition versucht, die Idee durchzusetzen, an der EURO 2008 Mineralwasser an die überhitzten und durstigen Fans kostenlos zu verteilen. Den negativen Entscheid der Regierung kommentiert Grossrat Heinrich Ueberwasser im .ch:
«An der Euro 08, wo der Alkohol wahrscheinlich in Strömen fliessen wird, wollen wir so auch einen Beitrag zur Reduktion von Gewalt und Unfällen leisten», sagt Ueberwasser, der nicht versteht, «dass die Regierung die einmalige PR-Chance verpasst hat, Basel den Gästen aus ganz Europa als erfrischenden Gastgeber zu präsentieren».
Ein Problem hat Herr Ueberwasser wohl nicht bedacht: In die Public Viewing Zonen hätten die Fans die Getränke kaum mitnehmen können, um die dortigen Verpflegungsstände nicht zu konkurrenzieren. Und welches Mineralwasser hätte es den sein können? – Erlaubt sind ja nur Produkte von UEFA-Sponsoren.
Basel, EURO08