„War is good for business“

29. November 2009

Krieg ist gut fürs Geschäft. Frieden übrigens auch. Manchmal kann man das verwechseln… denn irgend jemand verdient immer. Unter dem Schatten der Minarette droht die wuchtige Zustimmung für Kriegsmaterialexporte aus der Schweiz in alle Welt medial etwas unterzugehen.


Quelle: tagi.ch

Schweizweit war keine Mehrheit für die Initiative und für ein Verbot von Waffenexporten zu finden. Natürlich würde die Welt keinen Strich besser und das Leid von Millionen von Menschen in Bürgerkriegen nicht weniger ohne Schweizer Waffen. Da gebe ich mich keinen Wunschvorstellungen hin. Aber die Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen und die Illusion einer eigenständigen Landesverteidigung haben wohl viele dazu bewogen, Nein zu stimmen.

Die Schweiz ist Depositarstaat der Genfer Konventionen, investiert Hunderte von Millionen Franken jährlich in Entwicklungshilfe und sammelt Spenden für Kriegsopfer weltweit. Die Schweizer Regierung handelt wenig glaubwürdig, wenn sie weiterhin Waffen ins Ausland exportieren will. Nach der heutigen Abstimmung wissen wir, dass auch ein Grossteil der Schweizerinnen und Schweizer hinter diesem Vorgehen steht.


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Gilt Völkerrecht auch im Computerspiel?

23. November 2009

Die Schweizer Organisationen Pro Juventute und TRIAL, die schweizerische Gesellschaft für Völkerstrafrecht, haben geprüft, ob und wie Computer-Kriegsspiele das humanitäre Völkerrecht berücksichtigen.

So präsentiert sich für Pro Juventute und TRIAL die Ausgangslage:

In Computer- und Videospielen wird oft Gewalt gezeigt und Spielende werden virtuell gewalttätig. Computerspiele sind aber weder rechts- noch ethikfreie Räume. Es wäre zu begrüssen, wenn in Spielanlagen fiktiver Kriege auch jene Normen gelten, die in realen bewaffneten Konflikten einzuhalten sind. Diese Normen und Werte werden vom humanitären Völkerrecht und den Menschenrechten gesetzt. Sie grenzen übermässige Gewalt aus und schützen die Menschenwürde besonders gefährdeter Personengruppen. (Quelle)

Die Ergebnisse fassen die Studienautoren wie folgt zusammen:

Die Auswertung zeigt, dass die Regeln des humanitären Völkerrechts in vielen Fällen nicht Teil der Spielanlage sind. Dies erstaunt auf den ersten Blick nicht, werden Computergames ja nicht zum Zweck der didaktischen Vermittlung des Kriegsrechts sondern zur Unterhaltung produziert. Dennoch erstaunt das praktisch vollständige Fehlen entsprechender Spielregeln oder Sanktionen im Game: Zivilpersonen oder geschützte Objekte wie Kirchen und Moscheen können ungestraft angegriffen werden, in Verhörszenen sind sanktionslos Folter, unmenschliches oder erniedrigendes Verhalten möglich oder es werden aussergerichtliche Hinrichtungen simuliert. Immerhin existieren einzelne Spiele, in welchen Tötungen von Zivilpersonen geahndet oder schonende Spielstrategien belohnt werden. (Quelle)

Die Studie mag einen gewissen wissenschaftlichen Wert haben, aber wenn Pro Juventute und TRIAL wirklich etwas bewirken wollen, sollen sie sich für die Verbesserung der Lage der Zivilisten in den realen Kriegsgebieten der Welt einsetzen. Und davon gibt es erschreckend viel zu viele. Unzählige Menschen sterben jeden Tag in bewaffneten Konflikten, egal ob sie Soldaten oder Zivilisten sind. Da wirkt es sehr zynisch, in Computerspielen zu untersuchen, ob die Menschenrechte eingehalten werden.


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„Schweizer“ Schokolade wird gesetzlich verordnet

18. November 2009

Nicht jedes Produkt soll sich mit dem Label „Made in Switzerland“ schmücken dürfen. Schon gar nicht, wenn der grösste Teil der Produktion im Ausland stattfindet. Heute ist dies aber vielfach der Fall.

Um diesem markenrechtlichen Ausverkauf der Heimat einen Riegel vorzuschieben, bringt die Schweizer Regierung eine Revision des Markenschutz- sowie des Wappenschutzgesetzes auf den Weg. Für Industrieprodukte sollen neu mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen. Auch für die Herkunft von Rohstoffen gibt es neue Vorschriften.


Bildquelle: diepresse.com

Eine Ausnahme gibt es für Rohstoffe, die es in der Schweiz gar nicht gibt. Das ist wichtig, weil es sonst keine Schweizer Schokolade mehr geben würde. Kakao wird in der Schweiz nicht angebaut.


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Drohungen zu Testzwecken vom Provider deines Vertrauens

13. November 2009

Internetzugangsprovider werden immer mehr zur Urheberrechtspolizei im Auftrag der Musik- und Filmindustrie. So lässt sich jetzt auch der US-Internetprovider Verizon vor den Karren der Content-Industrie spannen und verschickt Warnschreiben an seine eigene Kunden. Aber nur mal probeweise.

Etliche Verizon-Kunden in den USA werden in diesen Tagen unangenehme Post in ihren Inboxen vorfinden. Der zweitgrößte US-Internetprovider hat sich laut einem Bericht von CNET dazu bereiterklärt, “zu Testzwecken” Warnschreiben an Tauschbörsennutzer zu verschicken, die illegal Musikdateien herunterladen. Die Nutzer werden darin aufgefordert, die Dateien zu löschen und das illegale Verhalten zu unterlassen…
Versand von Warnschreiben ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einer allgemeinen Politik der “abgestuften Reaktion” auf Urheberrechtsverletzungen, wie sie die Unternehmen aus der Medienbranche gerne weltweit etablieren wollen. Ob auf Verizons Warnschreiben bei Missachtung weitere Maßnahmen folgen sollen, ist bisher nicht bekannt. (Quelle golem.de)

Ich finde es sehr bedenklich, wenn sich Dienstleister dazu verpflichten lassen, ihre eigenen Kunden zu überwachen und bei Bedarf sogar Sanktionen gegen sie umzusetzen.

Was tue ich, wenn mein Internetzugang gesperrt wird, obwohl ich unschuldig bin? Den Kundendienst meines Providers anrufen? Freier Zugang zu Informationen ist ein Grundrecht. Illegaler Download von Musik oder Filmen kann nicht mit dem Entzug von Grundrechten geahndet werden.


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Wie die Image-Offensive der Cablecom in die Hose ging…

10. November 2009

Der neue Cablecom-Chef Eric Tveter hat den härtesten Job der Schweiz. Die Tunnelbauer der NEAT mögen da anderer Meinung sein, aber zu beneiden ist der Mann sicher nicht. Sein Ziel ist es, den Kundenservice und die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Am Montag abend strahlte das Wirtschaftsmagazin ECO des Schweizer Fernsehens ein Portrait aus, was ihn auch beim Hausbesuch bei einer unzufriedenen Cablecom-Kundin zeigte.

Seit ein paar Tagen bin ich stolzer Besitzer einer „mediabox HD recorder“ der Cablecom, also digitales Fernsehen mit allen HD-Kanälen. Da ich am Montag Abend nicht zu Hause war, habe ich die ECO-Sendung einfach aufgezeichnet und heute Dienstag angesehen. Doch bevor die Sendung zu Ende war, endete meine Aufzeichnung. Die Box kann nur maximal 10 Minuten länger aufzeichnen, als die Sendung gemäss Programmplanung geht. Da vor ECO noch viel Werbung ausgestrahlt wurde, konnte meine Box die Sendung nicht komplett aufzeichnen. Wenn Eric Tveter die Kundenzufriedenheit steigern will, muss er auch seine Produkte verbessern. Es kann doch nicht sein, dass eine Set-Top Box so etwas wie eine „Showview“-Funktion nicht kennt. Damit wird sichergestellt, dass eine Sendung immer komplett aufgezeichnet wird, auch wenn sie später anfängt oder länger dauert. Das gab es zu den guten alten VHS-Zeiten schon. Im digitalen Zeitalter ist Cablecom nicht fähig, diese einfache Funktion zu integrieren. Fortschritt lässt grüssen.

Mit Hilfe vom Schweizer Fernsehen lanciert Eric Tveter eine Imagekampagne für sein Unternehmen. Ich muss sagen: Sorry, bei mir nicht angekommen, die Aufzeichnung war zu früh zu Ende…


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Wann wird in Basel geimpft?

10. November 2009

Hallo, es ist Schweinegrippe und keiner geht hin… die Schweizer Behörden schaffen rund um die Impfung gegen Schweinegrippe hauptsächlich Verwirrung. Prüfung der Impfstoffe und deren Verteilung sind das eine, aber es hapert nach gut eidgenössischer Tradition auch an der Kommunikation.

In meinem Wohnkanton Basel-Stadt wird wie folgt informiert: Via kostenpflichtige Print-Ausgabe der Regionalzeitung und via Internet. Stand der Informationen dort: Stand 24. Juli 2009.

baz-schweinegrippe500

bs-schweinegrippe500

Mit dieser Strategie lassen sich sehr effizient alle Zielgruppen erreichen…


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