Realität und Fiktion beim tagi.ch

21. Oktober 2009

Kriminelle mit massgeschneidertem Anzug und Krawatte gibt es auch an der Börse, das wissen wir nicht erst seit der Finanzkrise. Bei der Bildredaktion vom Tagesanzeiger verschwimmt jedoch Fiktion und Realität, wie dieser untenstehende Artikel zeigt:


Quelle: tagi.ch

Der Herr ganz rechts ist der amerikanische Schauspieler Michael Douglas, hier in der Rolle als gieriger Börsenmakler Gordon Gekko im Film “Wall Street” aus dem Jahr 1987 von Regisseur Oliver Stone.

Im kommenden Jahr soll übrigens eine Fortsetzung ins Kino kommen: “Wall Street 2: Money Never Sleeps“. Mit wäre der Titel “Greed never sleeps” lieber gewesen. Mal sehen, ob Gekko was aus der Krise gelernt hat…


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Normale Beziehungen mit Lybien?

20. Oktober 2009

Gemäss Vertrag mit Lybien sollten heute die zwischenstaatlichen Beziehungen wieder „normalisiert“ sein. Von diesem Zustand sind wir weit entfernt, dass sollte auch den blauäugigsten Politikern in Bern klar sein.

Genialerweise sind die beiden Geiseln ja nicht mal Gegenstand des Vertrages. Wann diese nach Hause kommen, ist nach wie vor unklar. Wie Bundespräsident Merz in der Sonntagspresse sagte, seien Fristen nicht mehr so wichtig. Resultate würden nun zählen. Aber bitte, wo sind diese?

Den Schweizer Diplomaten müsste auch klar sein, dass sich der Konflikt mit Lybien nicht nur in Hinterzimmern und Amtsstellen abspielt, sondern auch dort wo alle zuschauen können:


Die Webseite www.hannibal.ly, wo die Schweiz als Nazi-Land dargestellt wird.

Wer „normale“ Beziehungen will, darf nicht immer nur auf reibungslose wirtschaftliche Zusammenarbeit setzen, sondern muss auch mit Beleidigungen und Verleumdungen im Internet aufräumen, zumal ja hinter der oben abgebildeten Webseite die lybische Regierung steht. Aber vielleicht hat man ja in Bern nicht nur den Facebook-Zugang gesperrt, sondern das Internet gleich ganz abgeschaltet.


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Verzicht auf Kampfjets als Hilferuf

16. Oktober 2009

Der Vorschlag von Bundesrat Ueli Maurer sendete Schockwellen durch das sonst so gemütliche Bundes-Bern: Die Schweiz soll auf die geplante Anschaffung von neuen Kampfjets verzichten. Ausgerechnet ein SVP-Bundesrat will der Schweiz die angebliche Fähigkeit wegnehmen, sich im Kriegsfall selber zu verteidigen.


Dassault Rafale B, Quelle: Wikipedia

Die geplanten Jets sind zu teuer und das Geld für den Unterhalt fehlt auch. Also ein Befreiungsschlag von Ueli Maurer, dem Chef des VBS: Mit einem nicht wirklich ernst gemeinten Vorschlag die Diskussion neu lancieren um zusätzliche Kredite zu erhalten, um die Mängel bei der Armeeausrüstung zu beheben und gleichzeitig die Kampfflieger anzuschaffen. Wenn das nicht gelingt, steht viel auf dem Spiel:

„Dann leidet die Aufrechterhaltung einer der heutigen Bedrohung angemessenen Armee…“ (Quelle)

sagt SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer, natürlich ohne zu sagen, wo den die Bedrohung genau liegt. Angriff aufs Bankgeheimnis? Verschleppte Geiseln in Lybien? Klaffende Löcher bei der Finanzierung der Sozialsysteme? Steigende Arbeitslosigkeit? Alles Probleme, die sich mit Kampfjets nicht lösen lassen. Aber die meines Erachtens wichtiger sind, als die Illusion der militärischen Selbstverteidigung weiter aufrechtzuerhalten. Das Reduit ist schon lange Geschichte. Nur haben es immer noch viele nicht gemerkt.


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Ernüchternde Bilanz für die Sozialhilfe

13. Oktober 2009

Wer einmal bei der Sozialhilfe gelandet ist, bleibt auch dort. Diese Feststellung scheint sich zu bewahrheiten, wie eine im Auftrag des Bundes erstellte Studie belegt. Dazu wurden über 1500 Menschen befragt, die 2005/2006 anfingen, Geld von der Sozialhilfe zu beziehen.

Knapp ein Viertel der Befragten waren wieder dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert. Noch mehr allerdings, nämlich 28 Prozent, gelang dies nicht. Sie waren immer noch permanent auf Sozialhilfe angewiesen. Dazwischen liegen viele Menschen, die temporär, auf Abruf oder vorübergehend arbeiteten und von teilweiser Unterstützung der Sozialhilfe lebten. (Quelle Tagesanzeiger)

Die Integration in den Arbeitsmarkt wird von den Studienautoren als „mager“ bezeichnet. Der Präsident der Konferenz für Sozialhilfe, Walter Schmid, bringt es im Tagesanzeiger auf den Punkt:

„Man muss der Realität ins Auge sehen, dass viele Sozialhilfebezüger nie mehr eine Arbeit finden werden.“ (Quelle)

Die Studie müsste eigentlich der Politik, den finanziellen Druck auf Bezüger Jahr für Jahr zu erhöhen, ein Ende setzen, denn durch Kürzen von Sozialleistungen werden keine neue Arbeitsplätze geschaffen. Aber auch Schweizer Unternehmen wären in der Pflicht: Statt Arbeitskräfte aus den umliegenden EU-Staaten zu rekrutieren, müssten Schweizer Arbeitssuchende zuerst berücksichtigt werden. Aber das wäre ja Protektionismus, der in Zeiten von Globalisierung und vereinigtem Europa nicht mehr gerne gesehen wird.

Also wie erkläre ich einem Schweizer Langzeitarbeitlosen, dass er zum Wohle der europäischen Einigung und der Weltwirtschaft gefälligst auf seinen Arbeitsplatz verzichten muss?


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Auch Populismus sollte sauber recherchiert sein

11. Oktober 2009

Wenn der Blick wieder mal gegen Sozialhilfebezüger schiessen will, nimmt er es mit seinen Quellen nicht immer so genau. Dumm nur, wenn man die „Beweise“ als Bildmaterial im Web veröffentlicht. Hier der fragliche Artikel:

blick11102009
Quelle: blick.ch

Ein schweizweit als „Roger B.“ bekannter Betrüger bezieht Sozialgelder, vermeldet der Blick. Angeblich bezahlt ihm die Sozialhilfe der Gemeinde Volketswil im Kanton Zürich 4970.90 Franken pro Monat aus. Ein stolzer Betrag, wenn man bedenkt, dass der von der SKOS unverbindlich festgelegte Grundbedarf (ohne Miete und Krankenkasse) gerade mal 960 Franken pro Monat beträgt.

Als Beweis fügt der Blick einen Ausschnitt aus einem Dokument an, welches das Existenzminimum von Roger B. auf 4970.90 Franken festlegt.

blickdok500
Quelle: blick.ch

Sieht man den Text genauer an, stellt man fest, dass es sich nicht um ein Schreiben der Sozialbehörde handelt, sondern vom Betreibungsamt, welches feststellt, dass es bei Roger B. nichts zu pfänden gibt. Das Betreibungsamt setzt das Existenzminimum von Roger B. auf die genannten 4970.90 Franken fest. Im Abschnitt „Einkommensverhältnisse“ ist die Rede von 4398.90 Franken, die er vom Sozialamt Volketswil erhält.

Das mag für einen berufsmässigen Betrüger immer noch eine Menge Kohle sein, aber beim Blick sollte man doch Betreibungsamt und Fürsorgeamt auseinanderhalten können, meine ich.


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Die Piraten erobern Basel

4. Oktober 2009

Endlich konnte ich mir von der Schweizer Piratenpartei ein persönliches Bild machen. So ging ich am Samstag Nachmittag zur “Pirateninvasion” in die Basler Fussgängerzone. Dabei wurde ich natürlich prompt fotografiert und mein Bild wurde ohne mich zu fragen ins Web gestellt.. -:) So schnell kommt ein neuer Baustein für meine persönliche Online-Reputation dazu.


Bild: Martin Rohner / facebook.com

Aber easy, mich stört es nicht, am Info-Stand der Piratenpartei fotografiert zu werden. Ich fand die „Invasion“ eine super Idee und es war eine gute Gelegenheit, in einem direkten Gespräch ein paar Fragen zu klären.


Basel, In eigener Sache, Politik 1 Kommentar





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