Für was hat sich die Schweiz entschuldigt?

27. September 2009

Ich fordere Herrn Bundespräsident Merz auf, doch noch mal klar zu stellen, welches Ziel er mit seiner Entschuldigung in Lybien denn genau verfolgt hat?

  • Um die Geiseln nach Hause zu bringen?
  • Um die Lage der Ex-Hausangestellten von Hannibal Qadhafi zu verbessern?
  • Um vorübergehend die Sicherheit und Lebensumstände der Geiseln zu verbessern?
  • Um die Beziehungen mit Lybien wieder zu normalisieren?

Wie man sieht, hat Bundespräsident Merz unheimlich viel erreicht.


Webseite zur Unterstützung Hannibal Qadhafis gegen den Terrorstaat Schweiz

Ich danke Herrn Merz im voraus für seine klärenden Worte…


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Wer stoppt die digitale Wegelagerei der SUISA?

20. September 2009

USB-Sticks sind klein und praktisch, gespeicherte Daten lassen sich überall hin mitnehmen und verwenden. Doch wo sich Daten drauf speichern lassen, könnten – zumindest theoretisch gesehen – auch Musikdateien gespeichert werden. Drum will die SUISA jetzt auch auf USB-Sticks Urheberrechtsgebühren einkassieren, wie macprime.ch berichtet. Speichermedien werden somit wieder mal teurer.


Die SUISA will uns wieder mal ans Portemonnaie. Quelle: sueddeutsche.de

Wenn ich mal zurückdenke, habe ich auf meinem USB-Stick in den letzen Monaten nur Dateien gespeichert gehabt, die ich entweder selber erstellt oder vom Urheber direkt bekommen habe. Dabei handelte sich aber um Dokumente wie Kommunikationsstrategien, Präsentationen oder Planungsunterlagen für einen Event. Also nichts, wo die SUISA zulangen dürfte. Sie tut es aber trotzdem.

Für mich ist dies digitales Raubrittertum, Konsumenten werden für die Nutzung von Technologien bestraft. Damit wird die Verbreitung von neuen Technologien behindert, und dass kann nicht in unserem Sinn sein. So genannte Verwertungsgesellschaften, welche einfach pauschal auf allen möglichen Geräten und Datenträgern Gebühren einfordern, haben meiner Meinung nach keine Daseinsberechtigung.

Wer einen Blick in die FAQ’s auf der SUISA-Webseite wirft, versteht die Welt nicht mehr. Die SUISA schafft es tatsächlich, mit pseudo-juristischem Kauderwelsch, ihre Wegelagerei und Abzockerei zu legitimieren. Eine Kostprobe:

Mit der Leerträgervergütung werden Urheberrechte pauschal abgegolten. Ist das im Zeitalter digitaler Abrechnungssysteme (DRMS) noch zeitgemäss?
Ja. Zumindest so lange, als digitale Abrechnungssysteme nicht flächendeckend eingesetzt werden. Es gibt heute diverse solche Systeme, doch die haben sich nicht durchgesetzt, weil sie (zu) viel kosten und verschiedene Systeme nicht kompatibel sind. Darum werden in den nächsten Jahren die meisten privaten Kopien nicht mit DRMS abgerechnet werden können (Offline-Überspielungen von CDs, Aufnahmen von Sendungen, Herunterladen von Musikfiles aus Angeboten ohne Zugriffskontrolle). Privates Kopieren lückenlos zu erfassen, ist auch wegen des Persönlichkeits- und Datenschutzes heikel, viele Fragen sind offen. Der Gesetzgeber hat sich nicht zuletzt auch deswegen entschieden, den Eingriff in die Privatsphäre jedes Einzelnen zu vermeiden und das private Kopieren zu erlauben.

Warum müssen für CD-Rohlinge, die nur genutzt werden, um persönliche Daten zu speichern, Urheberrechtsentschädigungen bezahlt werden?
Privates Kopieren ist erlaubt. Auf CD-Rohlingen können persönliche Daten oder Musik gespeichert werden. Es ist nicht möglich, genau zu kontrollieren, wer was speichert. Darum wird auch auf CD-Rohlingen für Daten (CD-R data) eine Entschädigung erhoben.

Warum verlangt die SUISA Urheberrechtsentschädigungen für MP3-Player? Sind mit dem Kauf einer CD von Musik im Internet die Urheberrechte für den privaten Konsum nicht bereits abgegolten?
Mit dem Kauf einer CD oder von Musik im Internet werden keine Rechte für den privaten Konsum abgegolten. Das ist auch nicht notwendig, denn der private Konsum ist von Gesetzes wegen erlaubt. Wer Kopien der Musikdateien von der CD oder aus dem Internet machen will, kann das im privaten Rahmen ohne Einschränkung tun. Das Gesetz sieht dafür eine Vergütung auf den Leerträgern (CD, DVD, MP3-Player usw.) vor, die allerdings der Hersteller oder Importeur (und nicht der Käufer) zahlen muss. Der Konsument muss nie Urheberrechtsentschädigungen bezahlen. Es kann jedoch sein, dass der Hersteller oder der Importeur seine Kosten auf den Konsumenten überwälzt.

(Um diese Texte wiederzugeben, wurden keine Gebühren erhoben oder bezahlt. Lesen auf eigene Gefahr, eventuell entstehende Kosten oder von Dritten erhobene Gebühren und Steuern können nicht auf den Blogger abgewälzt werden.)

Alles klar?


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Unsere Freiheit geht alle an

17. September 2009

In seinem ersten Video machte Filmemacher Alexander Lehmann alle Deutschen zu Terroristen. Nun ist sein zweites Projekt online verfügbar – “RetteDeineFreiheit.de“. In seiner ganz speziellen Art nimmt sich Lehmann die Argumente der Befürworter der Internetsperren gegen Kinderpornografie vor.

Das Thema Internetzensur geht eigentlich alle an, immer nutzen zwei Drittel aller Deutschen das Internet. Darum find ich sehr beunruhigend, dass das Gesetz von der Politik scheinbar ohne grossen Widerstand durchgepeitscht werden konnte. Selbst die über 130’000 Unterschriften der Online-Petition haben es nicht geschafft, ausserhalb der „Netzgemeinde“ eine Diskussion in der breiten Öffentlichkeit loszutreten.


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Am E-Banking beisst sich der Snow Leopard die Zähne aus

15. September 2009

Seitdem ich Snow Leopard installiert hab, ist all mein Geld weg, dabei verkauft Apple das Update doch so günstig…

geld

Nein, ich hab nur keinen Zugriff mehr drauf. Die Migros Bank hat es nicht geschafft, ihr Online-Banking rechtzeitig an den weissen Leoparden anzupassen, obwohl das Betriebssystem schon lange für Entwickler verfügbar war. Ein Anruf bei der Hotline bringt auch keine Klarheit. Im Moment wisse man nicht, wann das E-Banking für Apple-User wieder laufe. Für eine der grösseren Schweizer Banken eine kolossale Fehlleistung, was Kundenservice angeht. Auf Twitter würde man es kurz und knapp formulieren: #migrosbank #ebanking #fail


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Tourismus in Nebenstrassen

12. September 2009

Die erste Aufregung um Google Street View in der Schweiz scheint sich gelegt zu haben. Dass der Eidgenössische Datenschützer Google weiter kritisch auf die Finger schaut, ist trotzdem richtig.

Google selber bringt als Argument für diesen Dienst immer wieder den Tourismus ins Spiel. Ich frage mich ernsthaft, was denn Nebenstrassen in einem Wohnquartier mit Tourismus zu tun haben. Meiner Meinung nach überhaupt nichts. Deshalb würde ich es sehr begrüssen, wenn man neben Verbesserungen betreffend der Unkenntlichmachung von Gesichtern und Nummernschildern sich überlegen würde, Google generell das Fotografieren in Nebenstrassen und Wohnquartieren zu verbieten. Denn mit Tourismus lässt sich dieser Eingriff in die Privatsphäre vieler Schweizerinnen und Schweizer sicher nicht rechtfertigen. Oder muss man sich jetzt Vorhänge kaufen, weil man damit rechnen muss, dass Google in die Wohnung hineinfotografiert? Problematisch ist aber auch das Unkenntlichmachen von Personen: Auch wenn das Gesicht abgedeckt ist, bleibt die Person anhand von Kleidung, Körperhaltung… identifizierbar.

Diese beiden Strassenzüge aus Basler Wohnquartieren gelten als „touristisch besonders wertvoll“.

googlestreetbs1

googlestreetbs2


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„We believe…“ oder wann ist eine Zusage eine Zusage?

8. September 2009

Die Sprache der Diplomatie ist voller Floskeln und geschliffener Formulierungen, Politiker drücken sich gerne vor festen Versprechungen. Wenn wundert’s, dass da aus Absichtserklärungen anderer Staaten vor den heimischen Medien dann verlässliche Zusagen werden.

“Bei einem normalen Verlauf der Dinge in solchen Situationen glauben wir, dass ihr Fall sehr bald erledigt sein wird und sie vor Ende Monat aus Libyen ausreisen können.” (Quelle Tagesanzeiger)

Dies soll gemäss Tagesanzeiger der Text sein, den Bundespräsident Merz via Medien als Versprechen verkaufte, die in Lybien festgehaltenen Personen würden bis Ende August nach Hause kehren.

Inzwischen weiss man, dass sich die beiden Schweizer nicht korrekt an die lybischen Visa-Bestimmungen gehalten haben, und so werden in den nächsten Tagen und Wochen sicher noch mehr Details ans Licht kommen. Die Geiselaffäre mit Lybien ist für die Betroffenen nicht nur ein menschliches Drama, uns Schweizern werden auf der offenen Weltbühne auch die diplomatischen und kommunikativen Defizite der Bundespolitiker aufgezeigt.


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