In Deutschland läuft die zweite erfolgreiche Online-Petition. Diesmal gegen ein Verbot der so genannten „Killerspiele“, wobei sich Initiator Peter Schleusser einen anderen Begriff wünscht, wie er im Interview mit golem.de sagt:

Erstmal wäre es schön, wenn auch die Presse diesen irreführenden Begriff nicht mehr verwenden würde. Nach dem Amoklauf von Winnenden mussten die Innenminister reagieren, und ich bin mit den meisten ihrer Entscheidungen auch sehr zufrieden, etwa “die Verfügbarkeit von Schusswaffen zu begrenzen und den Schutz vor einer missbräuchlichen Verwendung zu erhöhen” und “die Medienkompetenz bei erziehungsbeteiligten Personen sowie Kindern und Jugendlichen weiter zu stärken”. Aber ein Verbot von Action-Computerspielen geht entschieden zu weit. Mitschuld an der Situation muss man auch der Boulevardpresse geben, die mit Computerspielen gleich einen Schuldigen für den Amoklauf zur Hand hatte und damit eine Hexenjagd ausgelöst hat. (Quelle)

Direkter Link zur Online-Petition

Ob nun Politiker, Medien oder besorgte Elternverbände die „Hexenjagd“ ausgelöst haben, spielt rückblickend keine Rolle mehr. Im Moment scheinen mir die Fronten in der Debatte sehr verhärtet.

Als wichtige Betroffene sind bis heute die Spielhersteller der Diskussion grösstenteils ferngeblieben. Angesichts von Attacken unter der Gürtellinie („Schweinefirma“) kann ich die Unternehmen zwar zum Teil verstehen, dass sie in einem so emotional aufgeheizten Umfeld nicht diskutieren wollen. Aber andererseits lassen sie zu, dass täglich viele ihrer Kunden öffentlich via Medien verunglimpft werden. Da Verbote eigentlich so gut wie vor der Tür stehen, wäre es höchste Zeit für Unternehmen wie EA, Blizzard und Co. sich endlich zu Wort zu melden. Oder soll man das Schweigen als Schuldeingeständnis interpretieren?



Bookmark and Share