Gewaltspiele sollen nicht verboten werden
Gesellschaft, Internet, Zensur 13. Juli 2009In Deutschland läuft die zweite erfolgreiche Online-Petition. Diesmal gegen ein Verbot der so genannten „Killerspiele“, wobei sich Initiator Peter Schleusser einen anderen Begriff wünscht, wie er im Interview mit golem.de sagt:
Erstmal wäre es schön, wenn auch die Presse diesen irreführenden Begriff nicht mehr verwenden würde. Nach dem Amoklauf von Winnenden mussten die Innenminister reagieren, und ich bin mit den meisten ihrer Entscheidungen auch sehr zufrieden, etwa “die Verfügbarkeit von Schusswaffen zu begrenzen und den Schutz vor einer missbräuchlichen Verwendung zu erhöhen” und “die Medienkompetenz bei erziehungsbeteiligten Personen sowie Kindern und Jugendlichen weiter zu stärken”. Aber ein Verbot von Action-Computerspielen geht entschieden zu weit. Mitschuld an der Situation muss man auch der Boulevardpresse geben, die mit Computerspielen gleich einen Schuldigen für den Amoklauf zur Hand hatte und damit eine Hexenjagd ausgelöst hat. (Quelle)
Direkter Link zur Online-Petition
Ob nun Politiker, Medien oder besorgte Elternverbände die „Hexenjagd“ ausgelöst haben, spielt rückblickend keine Rolle mehr. Im Moment scheinen mir die Fronten in der Debatte sehr verhärtet.
Als wichtige Betroffene sind bis heute die Spielhersteller der Diskussion grösstenteils ferngeblieben. Angesichts von Attacken unter der Gürtellinie („Schweinefirma“) kann ich die Unternehmen zwar zum Teil verstehen, dass sie in einem so emotional aufgeheizten Umfeld nicht diskutieren wollen. Aber andererseits lassen sie zu, dass täglich viele ihrer Kunden öffentlich via Medien verunglimpft werden. Da Verbote eigentlich so gut wie vor der Tür stehen, wäre es höchste Zeit für Unternehmen wie EA, Blizzard und Co. sich endlich zu Wort zu melden. Oder soll man das Schweigen als Schuldeingeständnis interpretieren?











13. Juli 2009 um 17:15
Blizzard & Co sind nicht dumm sich einer Diskussionsrunde mit den deutschen Regierungsvertretern zu entziehen. Derartige Gespräche würden nur dem Zweck einer Hinrichtung von Spieleherstellern gleich kommen. Sicherlich muss sich bald ein Hersteller trauen, aber nicht zu diesen medialen Hexenjagdten.
Leider sehe ich wenig Hoffnung, trotz Mitzeichnung, in diese Petition. Schon bei der Petition gegen Internetsperren als auch bei anderen Themen wurden Gegenentscheidung getroffen oder die Aufsetzer gar nicht angehört (meist mit der Begründung, dass mensch sich lieber mit professionellen Vertretern aus der Industrie, Bildung etc. unterhalten möchte).
Armes Deutschland…..es wird regiert von dummen und alten Menschen, die sich einen Dreck scheren um die digitale Generation. Und was macht die Welt? Sie lacht uns größtenteils dafür aus! Für manche Ausländer bleibt Deutschland das Land vor 1945 wo Bücher verbrannt wurden….nur dass bald noch Computerspiele hinzu kommen.
Es werden Vorurteile und Klisches bestätigt. Seien es die anderer Länder gegenüber Deutschland wegen dieser Verbote oder die der Politiker gegenüber uns Spieler wegen Nutzung von Beleidigungen, falschen Informationsangaben bei der Petition, Hass-Briefe, Randale, Drohungen oder einer Aussprache die eher an einem Steinzeitmenschen erinnert, der mit Sido gekreuzt wurde.
Armes Deutschland. Ich sehe meine berufliche Zukunft in der Games Branche als bedroht an. Und ich bin sicherlich nicht der Einzige in diesem Land der massiven Verbote, Gesetze und Steuern.
29. Juli 2009 um 16:33
[...] Gewaltspiele sollen nicht verboten werden. [...]
29. Januar 2010 um 16:08
… Jugendlicher tötet unter Einfluss von “Killerspielen”. Logisch alles ist monokausal und andere Ursachen gibt es nicht. Wenn es so einfach wäre hätten wir keine Probleme.
Computerspiele als Bauernopfer ein Trauerspiel!