Die „Arglist der Zeit“ und die Lügen der SVP

31. Juli 2009

Der Schweizer Nationalfeiertag am 1. August muss wieder mal für Propaganda, Hetze und Lügen der SVP herhalten. In den „Gedanken von SVP-Präsident Toni Brunner“ mit dem Titel „Wehrt Euch, Schweizerinnen und Schweizer!“ müssen historische Ereignisse, Ausländer und sozial Schwache für populistische Rundumschläge herhalten.

Gleich zu Anfang beschwört Brunner den Gründungsmythos der Eidgenossenschaft:

„Die Sorge um Familie, Hab und Gut, der Wille zur Freiheit, Unabhängigkeit und Eigenverantwortung standen am Anfang der Eidgenossenschaft.“

Im Bundesbrief von 1291 haben die lokalen Machthaber von Uri, Schwyz und Unterwalden sich gegenseitigen Beistand zugesichert, da der deutsche Kaiser die Region vernachlässigte. Mit den vielzitierten „fremden Richtern“ sollte vor allem der eigene, lokale Machtanspruch zementiert werden. Den unbändigen „Willen zur Freiheit“ kann ich beim besten Willen im Originaltext nicht erkennen.

Als nächste müssen Bezüger einer Invalidenrente den Kopf hinhalten.

„Die Invalidenversicherung ist überschuldet und wird von IV-Betrügern systematisch ausgehöhlt.“

Schon länger befindet sich die SVP auf einem Kreuzzug gegen Sozialschmarotzer und IV-Bezüger im allgemeinen. Für die SVP verschwimmen die Grenzen zwischen rechtmässigen Bezügern und unrechtmässig bezogenen Leistungen immer schneller und alle IV-Rentner werden unter Generalverdacht gestellt.

Aber der Feind kommt nicht nur aus dem Innern, sondern auch von Aussen. Wobei es dann natürlich die nicht-SVP Politiker sind, die dem Druck des Ausland nachgeben:

„Die Schweiz beugt sich immer stärker ausländischem Druck. Offene Grenzen und eine lasche Asyl- und Ausländerpolitik haben zu einer unkontrollierten Einwanderung geführt. Das rächt sich nun in der Rezession. Weniger Jobs für Schweizer, mehr Arbeitslose und eine Fülle ausländischer Sozialhilfebezüger. Die Stärken unseres Wirtschaftsstandortes und der Schutz des Privateigentums wurden dafür aufgegeben. Das Bankkundengeheimnis, ein Freiheitsrecht zum Schutz des Bürgers, ist in Gefahr. Unsere Wirtschaft wird gezwungen, einseitig Normen anderer Staaten anzuerkennen, ohne Gegenrecht zu erhalten. Die Landwirtschaft soll schutzlos der Konkurrenz aus Billigländern ausgesetzt werden.“

Aber laut Toni Brunner gibt es noch Hoffnung für die Schweiz und zwar in Gestalt der SVP, wie könnte es denn auch anders sein.

„Seien Sie versichert, die SVP steht zur Schweiz und wird alles daran setzen, dass unser Land nicht untergeht und zu seiner Stärke zurückfindet.“

Danke, auf eine SVP-dominierte Schweiz kann ich gut verzichten. Der Aufruf „Wehrt Euch, Schweizerinnen und Schweizer!“ geht an alle Schweizerinnen und Schweizer, die von Populismus, Hetze und Angstmache die Schnauze voll haben.

In diesem Sinne wünschen ich allen einen schönen 1. August.


Gesellschaft, Politik, SVP, Schweiz Keine Kommentare





Wetten, dass… hier Zensur stattfindet?

30. Juli 2009

Deutschland arbeitet intensiv daran, Internetinhalte zu zensieren und digitale Erwachsenenunterhaltung massiv einzuschränken – zum Wohle der ganzen Gesellschaft. Die Befürchtungen sind gross, dass die eingerichteten DNS-Sperren gegen Kinderpornografie auch für andere Inhalte angewendet werden – die Musikindustrie soll schon Interesse angemeldet haben.

zensiertdasnet

Mit der Plattform „ZensiertDas!NET“ soll spielerisch auf die Zensur aufmerksam gemacht werden. Man kann Wetten abgeben, auf was als nächstes der Zensurschere zum Opfer fallen könnte. Top sind im Moment die Seite Wikileaks, Filesharing und Anonymisierungsdienste.


Gesellschaft, Internet, Musikindustrie, Zensur Keine Kommentare





Aktionitis auf Facebook

28. Juli 2009

Vor rund zwei Wochen habe ich an dieser Stelle über den Angriff auf Schweizer Surfer berichtet. Von der breiten Öffentlichkeit wurde dies stillschweigend hingenommen. Auf Facebook sind bis jetzt mindestens zwei Gruppen entstanden, die sich gegen das Vorhaben der Behörden wehren wollen.

Gegen Überwachung durch den Staat im Internet
Echtzeitbespitzelung NEIN, NO – NEVER AGAIN!

Beide Gruppen haben bis heute je ein paar hundert Mitglieder. Ich frage mich, ob es nicht besser wäre, die Aktivitäten zu diesem Thema zu konzentrieren und abzustimmen, als noch mehr Gruppen zum selben Thema zu eröffnen?


Internet, Zensur Keine Kommentare





Nachruf Stellwerk 17

27. Juli 2009

Viele Jahrzehnte tat das Stellwerk Nummer 17 auf dem Basler Areal der Deutschen Bahn seinen gewissenhaften Dienst. Nun wurde es abgerissen, seit dem Mai dieses Jahres war das Gebäude akut einsturzgefährdet.

Auf das erste Bild klicken, um die Galerie zu starten.

stellwerk17a1

stellwerk17a2

stellwerk173 stellwerk174 stellwerk175
stellwerk176 stellwerk177

Alle Bilder: Copyright Karsten Füllhaas


Basel, Bilder Keine Kommentare





SVP-Ultimatum in Basel läuft ab

24. Juli 2009

In Basel kann man sich Leib und Leben nicht mehr sicher sein. Diesen Eindruck hat man zumindest, wenn man der Hetze der SVP Glauben schenkt (Leider tun dies immer noch zu viele). So liest man heute in der Basler Zeitung:

SVP-Präsident Sebastian Frehner wohnt in einer ziemlich gefährlichen Stadt. Er konstatiert heute, eine halbe Woche bevor sein 100-Tage-Ultimatum an die Basler Regierung abläuft, immer noch ein «heiteres Zusammenschlagen und Messerstechen». Dabei war die Forderung der Partei im April doch einigermassen deutlich gewesen: «Die SVP Basel-Stadt gibt dem Regierungsrat hundert Tage Zeit, um die Gewalt in unserem Kanton nachhaltig einzudämmen.»
Andernfalls werde die Partei reagieren. Mit Parlamentsvorstössen, Volksinitiativen, Demonstrationen und Bürgerwehren. (Quelle Baseler Zeitung)

Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass nahm bei der Ankündigung des „Ultimatums“ wie folgt Stellung: „Die Partei bewirtschaftet mit ihrer Aktion die Ängste der Bevölkerung.“

Auf sozial Schwachen herumstrampeln, Ängste schüren, Bürgerwehren gründen, Aufrufe zum Denunzieren… es ist höchste Zeit, dass diesem Verhalten der SVP Widerstand geleistet wird.


Basel, Politik, SVP Keine Kommentare





Kopierschutz vergrault Kunden

21. Juli 2009

Heute ist endlich die Collector’s Edition von Anno 1404 eingetroffen. Also gleich voller Freude installieren und spielen…

anno1404

Halt, weit gefehlt. Zuerst gilt es den Kopierschutz zu überwinden. Weder automatisch noch manuell lässt sich das Spiel aktivieren – und somit auch nicht spielen. Auf eine E-Mail Antwort vom Hersteller des Kopierschutzes warte ich seit Stunden. Hätte ich mir doch besser gleich eine Raubkopie aus dem Internet downloaden sollen?

Ich verstehe die Spielindustrie nicht. Als ehrlicher und zahlender Kunde wird man mit Kopierschutzmechanismen gequält, die einem die Freude am Spiel ziemlich verderben. Wie sich das positiv auf den Umsatz auswirken soll, muss mir erstmal einer erklären.

So verwundert es auch nicht, dass auf amazon.de das Spiel sehr schlecht bewertet wird, in den Kommentaren wird vielfach das DRM-System als störend erwähnt. Gerne würde ich auch eine Produktbesprechung schreiben, wenn ich denn jemals spielen kann…

Update (15.50): Hab vom Support eben folgendes Mail erhalten:

mail

Dieses Beispiel zeigt, wie sehr solche Online-Aktivierungen eine Gängelung der Kunden darstellen. Was ist, wenn die entsprechenden Server stundenlang nicht online sind oder wegen Konkurs vom Netz genommen werden? Es kann doch nicht sein, dass ich über 100 Franken für ein Spiel bezahle und dann noch stundenlang warten muss, bis die Aktivierungs-Server wieder laufen.


Internet Keine Kommentare





WP Theme & Icons by N.Design Studio