Basler Zeitung: Die Meinungen gehen auseinander

8. Februar 2010

Heute vormittag platze in Basel die Bombe: Die einzige Tageszeitung der Stadt wird verkauft. Die langjährige Eigentümerfamilie Hagemann gibt auf. Dies führt zu ganz unterschiedlichen Reaktionen. Schweizer Medienexperten sehen den Schritt durchaus positiv:

Der Verkauf der Basler Zeitung Medien (BZM) an zwei Privatinvestoren stimmt Medienexperten positiv. Das sei ein gutes Zeichen für die Medienvielfalt. Die langfristigen Absichten des Financiers Tito Tettamanti blieben jedoch im Dunkeln. (Quelle)

Leser, die sich auf der Webseite der Basler Zeitung äussern, sehen den Veränderungen weniger positiv entgegen. Ein paar Beispiele:

“Ich werde in Zukunft die Baz genau im Auge behalten und gegebenfalls das Abo kündigen. Wenn aus der BaZ ein “Weltwoche-Verschnitt” mit Köppel als Chefredaktor wir, habe ich keinen Bedarf mehr für die BaZ.”

“Richtig, wir kennen den Stil und die Ausrichtung der künftigen Zeitung noch nicht. Die Ausrichtung und den Stil von Tettamanti, Köppel und der Weltwoche sind hingegen bekannt. Deshalb sind Skepsis und Befürchtungen mehr als nur berechtigt!”

“Neuer Besitzer Tettamanti, wie langewohl? Die BaZ wird zum Spekulationsobjekt. Ich schau mal eine Weile zu… Mein Abo ist nicht in Stein gemeisselt.”

Medienvielfalt bleibt für den Grossraum Basel auch mit dem Verkauf ein Fremdwort. Wenn die Stärke der Printmedien in Zukunft im Regionalteil liegen soll, hat die Basler Zeitung mit dem Wechsel die Chance für einen qualitativen Sprung nach vorne. Im Online-Bereich wird es wohl beim Newsnetz-Einheitsbrei bleiben…


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Schweiz: Kundendaten im Sonderangebot

2. Februar 2010

Auf meinen Tweet von gestern abend habe ich bisher noch keine Anfragen erhalten… Dabei sind unsere befreundeten Nachbarländer doch so erpicht darauf, Daten von fehlbaren Bürgern zu ergattern – Kosten und Rechtslage spielen offenbar im Moment keine Rolle.

Nicht auszudenken, wenn das Beispiel Schule macht. Wir sind eine Informationsgesellschaft, private Daten sind zu einer Handelsware geworden, Privatsphäre sei ein Auslaufmodell erklärte uns Mark Zuckerberg von Facebook vor kurzem.

Aktuell geht es um Bankdaten, die von Kriminellen an ausländische Staaten verkauft werden. Doch auch wir Schweizer sollten uns nicht zu sicher wähnen. Sensible Daten gibt es auch in anderen Bereichen, zum Beispiel im Gesundheitswesen. Warum nicht mal die Patientendaten und Krankengeschichten des Kantonsspitals Basel herunterladen und einer Krankenkasse anbieten? Die Kassen wollen schon seit Jahren mehr Informationen über die Krankheiten ihrer Kunden haben. Bestimmt auch ein lukratives Geschäft.


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An Kundenunfreundlichkeit kaum zu überbieten: 3D Kino

28. Januar 2010


3D Brille, wie sie aktuell bei Avatar 3D zum Einsatz kommt.
Quelle: flickr.com / salvamesoto

Also wenn die Zukunft so aussieht, bin ich echt nicht scharf drauf. Am vergangenen Montag habe ich mich endlich dazu durchgerungen, den aktuellen Blockbuster von James Cameron im Kino zu sehen. Als ich am Eingang die 3D-Brille erhielt, wurde ich schon misstrauisch. Klobig und unbequem sah das Ding aus. Wenigstens gab’s ein Tüchlein zum putzen.

Als der Film dann losging, war für mich nach wenigen Minuten klar: So nicht. Schlechte Bildqualität, unbequeme und schwere Brille – so kann ich doch nicht entspannt einen Film ansehen. Und erst noch einen happigen Zuschlag bezahlen.

Ich hab den Grossteil des Films ohne Brille gesehen und am Schluss nochmals einen Versuch gewagt. Mal abgesehen von der Brille, lenkt 3D massiv vom eigentlichen Film ab, das Sehen allein ist schon so anstrengend, dass Gesten und Mimik der Schauspieler, Dialoge und Handlung zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Ist das also der letzte Fortschritt im Kino? Gute Bildqualität, bequeme Sessel und Surround-Sound haben viele Leute unterdessen auch zu Hause… mit 3D kann das Kino wieder einen Vorteil ausspielen. Schlechtere Bildqualität, klobige Brille mit eingeengtem Gesichtsfeld und 3D-Strafsteuer kann ich jedoch beim besten Willen nicht als Fortschritt bezeichnen. 3D-Kino ist an Kundenunfreundlichkeit kaum zu überbieten.

So kann ich auch nicht recht verstehen, dass Avatar über 70 Prozent seines weltweiten Umsatzes mit 3D-Vorstellungen erzielt hat. Wenn die Kinobranche neben ihrem Gejammer über angeblich böse Downloader nach neuen Möglichkeiten sucht ihre Umsätze zu steigern, kann 3D in der jetzigen Form nicht die Zukunft sein.

Der Film Avatar an sich gehört zum besten, was ich seit langem im Kino gesehen habe, denn nach der 3D-Vorstellung war ich so frustriert, dass ich in einem anderen Kino den Film gleich nochmals gesehen habe –aber in 2D.


Quelle: flickr.com / OfficialAvatarMovie

Und seitdem lässt mich Pandora nicht mehr los…


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Finger weg vom FIFA-Stadion

24. Januar 2010

Das Bankengeheimnis ist praktisch ausgehebelt, die Grossbank UBS vom Untergang bedroht und die lybischen Geiseln sind immer noch nicht zuhause… die Schweiz erlebt eine grosse Krise. Da will doch die steuerfreie Abzocker-Bande von Sepp Blatter die Schwäche der Schweiz ausnutzen und sich in Zürich mit einem neuen Fussballstadion verewigen.

„Fifa-Stadion“ soll die neue Arena heissen und vom Fussballverband mitfinanziert werden. Für die Stadt ist das ein bisschen wie Entwicklungshilfe, hat man es doch selber bis heute nicht geschafft, ein neues Stadion zu bauen. Eigentlich hätte das neue Stadion schon zur EURO 2008 fertig sein sollen, aber Einsprachen haben das Projekt bis heute verzögert…

Da kommt Sepp Blatter mit seinem Projekt gerade recht. Dunkle Mächte innerhalb der Fifa planen angeblich den Wegzug.

„Dass die Schweiz sowohl die Fifa wie auch die Uefa beheimatet, passt vielen internationalen Fussballfunktionären anderer Länder nicht. Sie wollen die gegenwärtige politische Schwäche der Schweiz ausnutzen, die in den letzten Monaten viele Staaten verärgert hat – und lobbyieren hinter den Kulissen gegen sie.“ (Quelle tagi.ch)

Mit einem Stadion will man sich über die Regentschaft von Blatter hinaus an die Stadt binden und Blatter sich selber ein Denkmal setzen.

Die Fifa bezahlt als angeblich „gemeinnützige“ Organisation in Zürich keine Steuern, und droht mit einem Wegzug, falls sich das ändern solle. Ich weine der Fifa heute schon keine Träne nach und was das Stadionprojekt angeht, kann ich der Stadt nur raten „Finger weg“. Das Geschäftsmodell der Fifa war es schon immer, die Anderen bezahlen zu lassen und den ganzen Gewinn steuerfrei selber einzustreichen.


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Wann ist endlich Schluss mit den TV-Gebühren?

21. Januar 2010

Die ungeliebten Gebühren für das öffentlich-rechtliche Fernsehen und Radio in der Schweiz werden wohl so schnell nicht abgeschafft. Der Bundesrat will weiterhin die Finanzierung der SRG-Programme mit Zwangsabgaben zementieren. Neu sollen jedoch alle Leute im Land bezahlen, egal ob sie Fernsehen und Radio nutzten oder nicht.

„Es gebe sicher Menschen, die kein TV- oder Radio konsumieren…, aber auch diese sollen bezahlen, so Leuenberger. Denn auch diese sollen sich an diesen für die Demokratie wichtigen Institutionen beteiligen.“ (Quelle)

Seit Jahren befindet sich der Medienkonsum in einem starken Wandel. Gerade für die jüngeren Generationen spielt das Fernsehen immer weniger eine Rolle – und auch bei den älteren Personen sinkt die Beliebtheit der Schweizer Programme. Freier Zugang zu Informationen ist sicher für eine Demokratie eine Grundvoraussetzung, aber dazu braucht es keinen von staatlichen Zwangsgebühren finanzierten Medienmoloch. Mehr Distanz der Medien zu Staat und Behörden würde den Radio- und TV-Machern gut tun.

Freier Zugang zu Informationen bedeutet für mich auch freie Wahl der Informationsquellen – und nicht eine zwanghafte Finanzierung durch alle Bürger, unabhängig davon, welche Medien sie konsumieren.


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Gegenseitiges Misstrauen regiert in Bern

19. Januar 2010

Die Grossbank UBS hat sich mit ihrem kriminellen Verhalten in den USA selber an den Rand des Ruins gebracht. Um die systemrelevante Bank zu retten, warfen die Schweizer Behörden das Bankgeheimnis über Bord und rückten den US-Ermittlern die Daten von knapp 300 Kunden heraus.

Um dieses dunkle Kapitel Schweizergeschichte aufzuarbeiten, ist seit Monaten die Geschäftsprüfungskommission GPK von National- und Ständerat an der Arbeit. Doch die Regierung verweigert die Einsicht in geheime Akten. Der Bundesrat hat Angst, dass etwas an die Medien gelangt und alles noch viel schlimmer wird. Der Verdacht ist gross, das Bundesrat Merz und FINMA-Chef Haltiner, beide übrigens ehemalige UBS-Angestellte, ihre Kompetenzen überschritten haben. Das Misstrauen gegenüber den Parlamentariern ist gross:

„Der Bundesrat weigere sich seit Monaten hochvertrauliche UBS-Akten an die GPK herauszugeben, weil er Geheimnisverrat wittert. Die Regierung fürchte sich wie der Teufel das Weihwasser vor Indiskretionen – begangen durch Parlamentarier.“ (Quelle blick.ch)

Es ist höchste Zeit, dass endlich eine parlamentarische Untersuchungskommission PUK eingesetzt wird, damit der Bundesrat seine Verzögerungstaktik aufgegeben muss und seine eigenen Interessen nicht mehr länger über eine Aufklärung stellen kann.


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